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Es folgen einige Forumsbeiträge von mir aus www.amanita.de/lagerfeuer :
Cum Saxum Saxorum
Die Smaragdtafel des Hermes Trismegistos
Schneewittchen
Drachenkraft = Schlangenkraft = Kundalini
Vatan - Der Pfad des Nordens
Der Stein der Weisen
Gefühl und Wissen
Excalibur und Caliburn
Cherubim waren keine Engel
Cum Saxum Saxorum
@alle
Der Spruch ist mir schon mal untergekommen und damals hat jemand behauptet, es handele sich um eine Anrufung. Doch nachdem ein in Latein halbwegs gebildetes
Forumsmitglied einige Worte übersetzt hatte, stellte sich heraus, dass es sich um eine Aufforderung handelt.
Aufgrund der Übersetzungen …
Cum Saxum Saxorum,
In duersum montum oparum da-
In Aetibulum, In quinatum:
DRACONIS!
Mit dem Stein der Steine beschäftige dich,
mit der Bezwingung der Berge,
im fünften Zeitalter des Drachens.
… interpretierte ich den Spruch damals folgendermaßen:
Hallo XY,
was grämst du dich? Eine Anrufung ist weder abhängig von der lateinischen Sprache noch von dem Wortlaut, den jemand vorkaut. Und eine Aufforderung statt einer Anrufung kann ja auch recht nützlich sein. Zum
Beispiel könntest du dich fragen, warum du auf diesen Text gestoßen bist und warum du dich so damit beschäftigst.
Ich kann nun weder Latein noch weiß ich, was der Text bedeutet. Aber man kann ja mal ein bisschen fantasieren.
Irgendeine Wahrheit findet man immer.
Sowohl der Stein als auch der Berg haben eine astrologische Entsprechung zu Saturn. Saturn hat aber auch eine Entsprechung zur Meisterschaft, zur Disziplin, zur Zeit, zur Ewigkeit oder zu dem,
was man erreichen möchte bzw. kann.
Die erste Zeile könnte also lauten:
Mit dem höchsten aller Höchsten beschäftige dich
Mit der Meisterschaft der Meisterschaften beschäftige dich
Mit der Disziplin der Disziplinen beschäftige dich
Dies bedeutet im Wesentlichen alles dasselbe.
Und die zweite Zeile meint im Prinzip noch einmal das gleiche, nur mit anderen Worten. Sie bekräftigt noch einmal. Ähnliche
Metaphern findet man ja auch in diversen Schriften über Zen. Auch hier wird er Übende mitunter mit einem Berg verglichen. Unverrückbar, felsenfest, erhaben.
Nehmen wir mal an, der Doppelpunkt nach quinatum gehört da nicht hin
und nehmen wir an, Aetibulum ist annähernd richtig übersetzt, dann könnte man folgendes zusammenspinnen:
Ein fünftes Zeitalter kann entweder von einem fixen Punkt aus berechnet sein (z.B. ab heute gerechnet im fünften
Zeitalter) oder es kann das fünfte Zeitalter eines Zyklus’ sein. Gehe ich von der letzten Variante aus, fällt mir die Uruboros-Schlange ein, die sich in den Schwanz beißt und selbst verschlingt. Ein Symbol für die Ewigkeit. So weit
ich weiß, ist die Schlange (zumindest recht oft) archetypisch gleichbedeutend mit dem Drachen. Schlange = Drache. Und wofür könnte diese Uruboros-Schlange (die Ewigkeit) noch stehen? Für den Tierkreis (Tyr-Kreis). Und der fünfte
Abschnitt dieses Tierkreises ist das Zeichen Löwe – egal, ob man nun von einem Zeitalter spricht oder Zeitabschnitt. Ein paar wesentliche Analogien des Löwen sind: der Wille, das Schöpferische, der Mittelpunkt, das Leben.
Nimmt man alle Aussagen zusammen, würde ich den Text mal frei übersetzen:
Beschäftige dich mit dem Höchsten bzw. der Disziplin aller Disziplinen, indem du deinen Willen meisterst bzw. dich zentrierst.
Oder kürzer: Übe Yoga oder Zen!
Irgendwo hab ich nun gelesen, du hast von einem Drachenauge geträumt. Ich bin jetzt zu faul, um danach zu suchen. Nehmen wir also an, es ist so, dann würde ich folgendes vermuten:
Der
Drache (ebenfalls eine Entsprechung zu Saturn) in deinem Traum symbolisiert den Hüter der Schwelle, der den Schatz hütet, den du dir holen willst. Ob du nun reif genug bist, dem Hüter der Schwelle ins Auge zu schauen bzw. gegenüber zu
treten, kann ich ohne deinen Traum nicht deuten. Ich vermute aber mal, du solltest es sein lassen, sondern dich erst einmal mit Disziplin zentrieren (z.B. Yoga oder Zen). Möglicherweise ist das Auge des Drachen eine Warnung. Wie gesagt,
ist nur eine Vermutung, ohne deinen Traum zu kennen.
So weit mein damaliger Forums-Beitrag. Weil es gerade so schön zum Thema passt, füge ich noch, meine in Deza-Manier gereimten Ansichten über den Drachenkampf mit an:
Die Nibelungen
Am Ende noch eine Anmerkung zum Drachen sowie zur Uruboros-Schlange und dem Tierkreis, die analog sind zum Rad des Schicksals:
In der Astrologie gibt es die beiden sog.
Mondknoten (aufsteigender und absteigender MK), die auch als Drachenkopf und Drachenschwanz bezeichnet werden. Sie stehen für die Arbeit am Karma durch Loslassen/ Ausscheiden (Drachenschwanz) und Annehmen/Schlucken und
Verarbeiten/Verdauen (Drachenkopf). Nur wer sein altes Karma vollständig geschluckt, verarbeitet und wieder ausgeschieden hat, ohne wiederum neues zu schaffen, erlangt irgendwann die Freiheit von den Fesseln der Natur. Da sich dann der
Kreis von ewiger Geburt und Wiedergeburt auflöst, beißt sich die Schlange (der Drache) nicht mehr in den Schwanz und der Mensch (als sein eigenes fleischgewordenes Karma) wird nicht mehr gefressen und wieder ausgeschieden, sondern
erringt als Magier die Herrschaft über den Drachen. Er wird sozusagen ein Drachenreiter. Er hat die Kräfte des Chaos (Drache) unter seiner Kontrolle (Zügel) und diese Kräfte tragen ihn, wohin er will.
Dat.: 13.01.2007
DIE SMARAGDTAFEL DES HERMES TRISMEGISTOS
Zitat:
(aus dem Lateinischen von Frater V.D.)
(aus Schule der Hohen Magie, Frater V.D.)
1. Wahr ist es, ohne Lüge und gewiß
2. Was oben ist, ist gleich dem, was unten ist, und was unten, ist gleich dem, was oben ist, vermögend, die Wunder des Einen zu vollbringen
3. Und wie alles aus Einem entspringt, durch das Sinnen des Einen, entspringt auch alles Gewordene durch Angleichung aus diesem Einen.
4. Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter ist der Mond, der Wind hat es in seinem Bauche
getragen, die Erde ist seine Nährerin.
5. Dies ist der Vater der Allgestaltung.
6. Ungeteilt und vollkommen ist seine Kraft, wenn sie sich der Erde zukehrt.
7. Trenne die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben, sanft, mit großem Geschick.
8. Es steigt von der Erde zum Himmel empor und steigt wieder herab auf die Erde und empfängt die Kraft des Oberen und des Unteren. So wirst du die
Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen. Und alle Finsternis wird von dir weichen.
9. Hier ist die >Kraft der Kräfte, die alles Feine überwindet und alles Feste durchdringt.
10. Solcherart wird die Welt erschaffen.
11. Hiervon stammen die Angeleichungen, deren Wesen hier mitgeteilt ist.
12. Darum heißt man mich den Dreimalgrößten Hermes, der ich die drei Teile der Weltenphilosophie besitze.
13. Vollendet ist was ich über das Werk der Sonne verkündete.
Zitatende
Meine Deutung einzelnder Abschnitte:
4. Sein Vater ist die Sonne, seine Mutter ist der Mond, der Wind hat es in seinem Bauche
getragen, die Erde ist seine Nährerin.
Ich denke so ein mit Symbolen gespickter Satz hat, wie das auch bei Träumen der Fall ist, verschiedene Bedeutungsebenen. Da es in dieser Schrift aber um das Analogie-Gesetz geht, kann ich
dieses Gesetz ja gleich mal auf den Satz selbst anwenden. Am besten so, dass es für den Magier einen Sinn ergibt.
Sein Er-Zeuger (Vater) ist der Wille (Sonne), seine Empfängerin (Mutter) ist das Gefühl (Mond), der Geist
(Wind) hat es in sich getragen. (frei übersetzt: Der Geist hat es ausgebrütet/ Der Geist ging damit schwanger)
Die Materie (Erde) liefert den (Nähr-)Stoff (Anm.: Ohne Materie kann sich das geistige Geschöpf nicht verdichten bzw.
materialisieren.)
Anders formuliert:
Das, was der Geist ausbrütet (das geistige Geschöpf), wird durch die Vereinigung von Wille und Gefühl zum Leben erweckt. Denn die Eltern sind diejenigen, die etwas ins Leben bringen. Und
nicht nur das. Sie sorgen auch dafür, dass dieses Etwas wächst und heranreift. Doch damit sich dieses Etwas materialisieren kann, muss es auch Materie anziehen und verdichten. Wenn ein Geschöpf aus Geist, Wille und Gefühl dies nicht
tut, bleibt es auf der nichtmeteriellen Ebene.
7. Trenne die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben, sanft, mit großem Geschick.
Ob hier das geistige Feuer gemeint ist oder das Prinzip des Willens, da bin ich mir nicht
sicher. Passen würde m.E. beides.
Trenne die Materie (Erde) vom Willen (Feuer) oder vom Geist (Licht der Erkenntnis), das Geistige vom Materiellen …
Das hat den Sinn, dass der Wille und der Geist nicht mehr der Materie
unterworfen sind, sondern sich von ihr befreien, um sie zu beherrschen. Oder wie es in der Bibel heißt: Macht Euch die Erde untertan.
8. Es steigt von der Erde zum Himmel empor und steigt wieder herab auf die Erde und empfängt
die Kraft des Oberen und des Unteren.
Der in der Materie (Erde) gefangene Geist entwickelt sich zu reinem, von der Materie befreitem Geist (steigt zum Himmel) und steigt dann wieder herab, um sich zu Materie zu verdichten. Auf
diese Weise erlangt er die Beherrschung über die materielle und geistige Welt.
Zu Punkt 7 und 8 fällt mir noch die Artus-Sage ein. Und zwar die Sache mit dem Schwert, das ja für den trennenden, analytischen Geist steht. Nur, wer
Excalibur aus dem Stein ziehen kann, soll der rechtmäßige König sein. Nur, wer den in der Materie gefangenen Geist (Schwert im Stein) herausziehen kann (Trennung von Geist und Materie), soll Herrscher sein.
9. Hier ist die
Kraft der Kräfte, die alles Feine überwindet und alles Feste durchdringt.
10. Solcherart wird die Welt erschaffen.
Durch die Kraft, die alles Geistige überwindet und alles Materielle durchdringt wird die Welt
erschaffen.
Also so würde ich das mal deuten.
ciao
Mario
Dat.: 17.02.2008
Schneewittchen
Keine Angst,
ich werde den Vatan nicht mehr
reanimieren. Wollte nur noch einmal darauf Bezug nehmen. Habe dort irgendwo gelesen, wenn es im Märchen heißt, dass „hinter den 7 Bergen“ etwas Wertvolles zu finden ist, dann bezieht sich der Schreiberling damit auf die 7
Bewusstseinsebenen des Menschen. Da mir diese Behauptung im Hinblick auf Schneewittchen
als völlig unsinnig erschien, hab ich mal ein bisschen nachgeblättert und fand in einem Buch über Symbolik unter der Überschrift „Sieben Berge“ die Erklärung, dass „Berge“ Metalle bedeuten. Diese Erklärung erscheint mir allerdings ebenso unsinnig wie die vatanische, da die alchemistischen Metalle ja lediglich wieder Symbole für etwas anderes sind. Also stehen die sieben Berge nicht für die sieben alchemistischen Metalle, sondern beide – Berge und Metalle – stehen für irgendetwas anderes. Aber wofür? Bei meiner Recherche im Internet über die tiefenpsychologische Deutung von Schneewittchen wurde ich auch nicht schlauer. Meine Vermutung:
Sind diese sieben Berge nicht einfach Entwicklungsstufen, die Schneewittchen in seinem bisherigen Leben durchlebte? Der Berg entspricht ja dem Planeten Saturn und der braucht, um 7 ganze Tierkreiszeichen zu durchlaufen, etwa 16,5
Jahre. „Siebzehn Jahr, blondes Haar, so stand sie vor … Udo Jürgens“. Ja, die 17 ist wohl eine magische Zahl im Alter einer Frau, wenn man den Schlagerschnulzen glauben will. Und nach dem siebten Abschnitt (Waage) beginnt der achte
(Skorpion). Und worum geht es beim Skorpion u.a.? Um Sexualität, Tod und (Ent-)Bindung. Passt irgendwie zur Geschichte. Allerdings möchte ich nicht so weit gehen zu behaupten, dass die Zipfelmützen der Zwerge Kondome seien und die
Zwerge das, was gewöhnlich drunter steckt.
Einschub: In meinen Vatan-Beiträgen hab ich in der Deutung des Wotan-Runen-Liedes die Zahl 9 als Zahl der Vollendung erwähnt. Um 9 Zeichen vollständig zu durchlaufen benötigt der
Saturn ca. 21 Jahre. Und das war früher das Alter der Volljährigkeit. Nicht verwunderlich, da der Saturn nach 21 Jahren am Beginn des 10. Entwicklungsabschnitts steht. Und das entspricht dem Zeichen Steinbock (=Reife).
Frage an
Euch: Was bedeuten die sieben Berge in diesem Märchen Eurer Meinung nach?
Und nun zum Garten des Vatan. Dass ich diesen Garten für wenig sinnvoll halte habe ich ja bereits geschrieben. Ich überlegte deshalb, ob es
eine praktikablere Möglichkeit gibt, in ähnlicher Weise mit dem Garten zu arbeiten, wie es im Vatan beschrieben wird. Deshalb tauschte ich den m.E. nutzlosen vatanischen Lebensbaum gegen ein anderes System aus. Nämlich dem eigenen
Horoskop. Der Eingang des Gartens ist das 1. Haus, der Gartenzaun ist das 2. Haus, die Wege im Garten sind das 3. Haus, Wasserläufe und Gartenteiche sind das 4. Haus, die Gartengestaltung und der Spielplatz sind das 5. Haus, der
Geräteschuppen ist das 6. Haus, usw.
In dem Garten stehen Figuren bzw. Skulpturen, die den Planeten entsprechend gestaltet sind. Steht im 1. Haus die Sonne, findet sich im Eingangsbereich beispielsweise eine Apollo-Skulptur. Steht im
5. Haus Saturn, dann befindet sich vor dem Spielplatz eine Wächterfigur o.ä.
Die Zeichen, in denen die Häuserspitzen und die Planeten stehen zeigen an, wie die Bereiche des Gartens und die Figuren gestaltet sind. Steht die 2.
Hausspitze im Zeichen Fische, dann hat der Garten keinen Zaun. Oder der Gartenzaun besteht nur aus Spinnweben. Steht die 5. Hausspitze und der Saturn in 5 im Zeichen Widder, dann ist der Spielplatz ein Abenteuerspielplatz und der Wächter
vor dem Spielplatz ist z.B. ein Krieger oder er ist rot angestrichen. Diese Beispiele sollen mal genügen, damit Ihr Euch vorstellen könnt, was ich meine. Es handelt sich quasi um Garten-Feng-Shui auf Abendländisch.
Mario
Hallo Deza,
Du solltest Dich umbenennen in Tesa. Dein Beitrag blieb haften.
Dass die Zwerge u.a. mit der Suche nach inneren Schätzen zu tun haben und der Wald mit dem Unterbewusstsein, hatte ich schon vermutet. Mir fehlt
aber der große Zusammenhang. Also eine komplette Deutungsgeschichte, die in sich stimmig und rund ist.
Deine Verbindung Hel und Helm – einfach genial. Beides leitet sich ab von „verbergen“. Also die Suche nach Verborgenem. Und
in dem „verbergen“ stecken die „Berge“ auch drin. Deza, Du bist ein Genie.
Die klassische Astrologie kannte ja auch nur 7 Planeten (Planeten im Sinne der Astrologie, nicht der Astronomie).
Und gab es früher nicht auch eine
„Berge“, eine Vorrichtung, die etwas verbirgt? Wenn die gemeint wäre, würde es auch heißen „hinter den 7 Bergen“. Wie auch immer – hinter den 7 Bergen sind vermutlich 7 „verborgene“ Schätze, die man „bergen“ kann,
wenn man tief genug schürft und nach Innen geht. Die Berge sind ja saturnisch und ich glaube, die Zwerge auch. Und die Werke sind es ebenfalls. Sogar die Särge.
Ich würde sagen, Du hast den Amanita-Orden verdient. Wenn Du so gut
Worte deuten kannst, klick doch mal auf URSPRACHE.
Hallo Werdandi,
wenn ich mal ganz oberflächlich deute, würde ich sagen:
Da ist eine Mutter, die wünscht sich unbedingt eine Tochter. Aber nicht irgendeine,
sondern eine genau nach ihren Vorstellungen. Das heißt, sie liebt ihre Vorstellung von einer Tochter, nicht die Tochter selbst. Ist es da nicht folgerichtig, dass Schneewittchen mit einer Stiefmutter aufwächst, die ihr die Luft
abschnürt (Gürtel), die sie angiftet, weil sie sich nicht nach ihren Vorstellungen entwickelt (Kamm) und ihr Dinge zu schlucken gibt (Apfel), die sie quasi wieder auskotzen muss, um zu leben?
Ciao
Mario
Hallo Lisa,
das mit den Körperzellen ist korrekt. Interessanterweise hat auch Uranus, der Planet der Erneuerung, einen 7-Jahres-Rhythmus. Er wechselt etwa alle 7 Jahre das Zeichen.
Hallo Dieter,
noch ein paar Assoziationen zur Hel und Helm und verbergen.
Die „Hölle“ ist logischerweise auch mit „verbergen“ verwandt.
Außerdem hieß die „Hölle“ früher „Helle“, was Du, glaube ich, schon mit dem inneren
Licht angedeutet hast.
Keinen „Hehl“ daraus machen heißt, etwas nicht „verbergen“.
Und die „Halle“ bedeutet ebenfalls „verbergen“ und „verhüllen“.
Und was ist mit Frau Holle?
Ciao
Mario
Was tun die Zwerge?
Sie schmieden kunstreich.
Sie suchen Erz (also Metalle).
Sie brechen das Gold aus dem Berg.
Schmieden bedeutet, etwas mit Hilfe des Feuers (Willen) zu formen.
Metalle sind seit jeher kostbare
Rohstoffe. Die Zwerge holen also das Kostbarste aus dem Inneren, dem Verborgenen.
Das Kostbarste dieser Kostbarkeiten ist das Gold.
Welche Fähigkeit des Menschen oder welcher Teil der menschlichen Psyche steht also für den
Zwerg? Ist es vielleicht die Fähigkeit, in kleinen Schritten im Verborgenen oder dem eigenen Inneren große Werke zu vollbringen? In mühevoller Kleinarbeit seine inneren Schätze ans Licht zu befördern? Seine Anlagen (Rohstoffe)
hervorzuholen und kunstfertig zu schmieden (formen)?
Mario
Und Scheiße ist das ehrlichste Kunstwerk, das wir schaffen können, denn:
Drücken wir damit nicht das, was wir in uns umgewandelt haben, im wahrsten Sinne des
Wortes aus? So wie ein Maler seine Tube ausdrückt und ein Bildhauer Skulpturen formt? Und kommen diese Skulpturen nicht aus unserer eigenen Hölle, aus dem Reich der Hel? Und scheißt nicht auch der Goldesel Golddukaten? So wie Frau Holle
Gold auf Goldmarie scheißt und damit für sie zum Geldscheißer wird? Und war nicht auch schon Dali fasziniert von der Beziehung zwischen Scheiße und Gold? Und was hat der Heller (Hel-ler) mit dem goldscheißenden Goldesel zu tun und mit
der Hel? Und sind Probleme eigentlich deshalb Scheiße, weil sie sich in Gold (Geld) verwandeln, wenn man sie für andere löst? Hel-Au!
Dat.: 17.02.2008
Drachenkraft = Schlangenkraft = Kundalini?
Hallo Ihr Drachenbändiger,
habt Ihr mal überlegt, ob der Begriff "Drachenkraft" nicht identisch ist mit "Schlangenkraft"?
Dass also eine erwachende
Drachenkraft nichts anderes ist als die aufsteigende Kundalini?
Drache und Schlange sind in gewissem Sinne analog.
Es wäre auch mal interessant herauszufinden, was der lateinische Text nun wirklich bedeutet.
Und wo kommt der Text ursprünglich her?
Ist es ein alter überlieferter Text? Oder hat in irgendein Autor mal in sein Buch geschrieben, damit es sich besser verkauft?
Denn interessanterweise ist es ja so: Wenn es sich
tatsächlich um eine Aufforderung handelt und nicht um eine Drachenbeschörung, dann macht sich der Autor ja ein klein wenig lustig über seine Leser. Es sagt quasi:
"Hey, schau, ich hab hier einen tollen Spruch, mit dem kannst
Du die Drachenkraft beschwören!"
Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für seine machtverliebten und fantasiebegabten Leser. Doch gleichzeitig grinst er sich eins indem er in Metaphern verpackt zu seinen Lesern sagt:
"Weißt Du, lieber Leser, ist ja schön und gut, dass Du gerne die Drachenkraft (in dir) beschwören würdest. Aber dann hör endlich auf, zu träumen und übe Yoga oder Zen! Ist zwar wenig spektakulär, aber absolut
effizient."
Yoga kommt ja von Joch, und wer den Drachen unters Joch nehmen bzw. ihn zügeln will, muss sich erst mal selber unters Joch nehmen bzw. zügeln.
ciao
Mario
Ob die Schlangensymbolik etwas mit dem
genetischen Code zu tun hat, kann ich nicht sagen. Im Bezug auf die Kundalini muss ich Dir allerdings widersprechen, sofern ich dich richtig verstehe. Denn die hat ja nichts mit Genetik zu tun. Sonst wäre sie ja erblich.
Ich hab
hier ein schon etwas älteres Buch über DAS SCHLANGENSYMBOL, in dem die verschiedensten Aspekte der Schlange beschrieben werden. Da kommt u.a. auch der sexuelle Aspekt vor. Ein Kapitel widmet sich alleine dem Drachenkampf. Und in einem
anderen Kapitel, in dem es nur um das Schlangensymbol geht, sind folgende Überschriften zu finden:
Die Schlange als …
… Hüter der Quelle; … Hüter des Baumes; … Hüter von Schätzen
Die gleichen Überschriften
könntest Du auch für Drachen verwenden. Denn sie treten ebenfalls als Hüter von Quellen, Bäumen und Schätzen auf.
Und welche Schätze sind es, die sie hüten? Zum Beispiel die magischen Kräfte, die man erlangt, wenn man den
Drachen besiegt bzw. oder zähmt. Zum Beispiel schöpferische Kräfte (Sonne).
Und am Ende möchte ich noch etwas zum Wecken der Drachenkraft erwähnen.
Bei einer harmonischen Entwicklung, die keine magischen Kräfte anstrebt
und kein eiliges Vorankommen auf dem eigenen Entwicklungsweg, steigt die Kundalini zu gegebener Zeit von selbst auf. Man muss sie nicht erst wecken durch Übungen. Sie wacht von selbst auf. Wer die Kundalini vorzeitig weckt, ist wie
jemand, der den Drachen zu frühzeitig weckt. Den schlafenden Drachen. Der zusammengerollt in seiner Höhle liegt. Tief unter der Erde, … so wie die Kundalini, zusammengerollt, tief unten im 1. Chakra (dem Hort der dunklen, schmutzigen
Sexualität, wie die katholischen Priester früher gesagt hätten). Und wenn der Drache erwacht, dann speit er Feuer. Das Schlangenfeuer (=Kundalini).
Und was ist, wenn der Held der Geschichte zu schwach, zu ungeschickt, zu
unwissend, zu unfähig ist, mit den Drachen- bzw. den Schlangenkräften umzugehen? Dann kommt es zur Kundalini-Krise (siehe Google), sprich: der Drache (die Energie) zerreißt ihn. … Nicht er badet sich im Blut (Energie) des Drachen,
sondern der Drache trinkt sein Blut (Energie).
Also, Chaotica ;-), … bei so viel Gemeinsamkeiten in der Symbolik, kann ich beim besten Willen nicht so tun, als handele es sich im Prinzip nicht um die gleichen Kräfte. Die
Unterschiede sind m.E. nur erbsenzählerischer Natur.
Den Link, den Du mir empfohlen hast, sehe ich mir noch an. Hatte bisher noch keine Zeit.
Liebe Grüße
Mario
Wenn das Deine
persönliche Glaubensbeschreibung (oder auch Erfahrung) ist, dann hab ich damit auch kein Problem. Auch wenn Du sagst, Du hast diese oder jene Überlieferungslehre da und dort gelesen. Doch diese Beschreibung greift dann nur einen
bestimmten Aspekt der Schlange oder des Drachen heraus. In meinem Beitrag an Chaotica in diesem Thread hab ich das Buch DAS SCHLANGENSYMBOL erwähnt und schon daraus zitiert. Ich werde noch einmal einige Stichworte herausgreifen:
Die Schlange als Symbol des Lebens/ die Häutung und das ewige Leben/ die Schlange als Schutzgeist des Hauses/ die Schlange als Spender des Regens/ die Schlange als Spender des Kindersegens/ die Schlange als Spender des Lebenswassers/ die
Schlange als Besitzer des Lebenskrautes/
UND JETZT – ein ganz besonderes Schmankerl (das ist Bayerisch und heißt Leckerbissen):
Die schöpferische Urschlange im Wasser!
Du sagst also, der Drache sei
schöpferisch und die Schlange zerstörerisch. Ich sage, der Drache ist sowohl schöpferisch als auch zerstörerisch. Und die Schlange ebenso. Und wie um meinen Satz zu bestätigen, steht im Buch als nächste Überschrift:
Die verschlingende Urschlange!
Und jetzt noch ein Zitat in gekürzter Fassung aus LEXIKON DER SYMBOLE von Sergius Golowin, Wolfgang Bauer, Irmtraud Dümotz:
“Die Schlange der Ewigkeit (Uruboros-Schlange) hat
gewöhnlich vier Tatzen, die als die vier Elemente verstanden werden. Manchmal besitzt sie Flügel, was auf die dauernde Bewegung der Energie der Welt anspielt. Eigentlich haben wir hier schon das Bild des Drachens: Dessen Besiegung durch
den mythischen Helden wird darum für die mythischen Philosophien zu einem Sinnbild der Erkenntnis der Welt und damit des Sieges an sich – da jede Macht aus dem wahren Wissen entsteht. Helden können auf alchimistischen … Symbolbildern
auf dem Drachen … reiten (Anmerkung: in einen Beitrag an Bjerkana brachte ich den „Stein der Weisen“ der Alchimisten mit dem Drachen in Verbindung) … Im Tantrismus erscheint die Lebenskraft im Menschen als Schlangenkraft
(Kundalini): Nicht nur ihre Fähigkeit, sich zu einem Ring zusammenzulegen, sondern auch ihre Eigenschaft, sich durch den Hautwechsel zu erneuern, ließ dieses Tier zu einem Sinnbild für den ewigen Kreislauf der Energien in der Welt und
im Menschen und damit zugleich auch für den Kreislauf der Zeitalter werden.“Zitatende.
Dieser Text bestätigt nicht nur das, was ich in diesem Thread über die Uruboros-Schlange und den Tierkreis sagte, er bestätigt auch
das, was ich in einem anderen Thread und in diesem über das Schwert des Helden beim Drachenkampf sagte. „Das Schwert in Siegfrieds starker Hand ist wie der schneidende Verstand, der eindringt in das Element und Schein von echter
Wahrheit trennt …“.
Und noch etwas fällt mir dazu ein. In meiner Antwort auf Choticas Beitrag in diesem Thread hatte ich das Symbol der Schlange erwähnt als Hüterin des Baumes, der Quelle und des Schatzes. Die gleiche
Symbolik gibt es ja auch für den Drachen. Es geht um einen Schatz, der in bzw. unter der Wurzel des Baumes liegt. Und dieser Schatz wird vom Drachen (der Schlange) bewacht. Und was ist daran so merkwürdig?
Baum des Lebens. An der
Wurzel dieses Lebensbaumes liegt ein Schatz (Gold=Sonne=Energie) und ein Drache (Saturn). Genau wie die Kundalini im Wurzel-Chakra liegt. So betrachtet könnte man den Stamm des Lebensbaumes auch mit der Wirbelsäule vergleichen.
Die Trennung von Drachenkraft (schöpferisch) und Schlangenkraft (zerstörerisch) halte ich nicht nur für falsch, sondern auch für unpraktikabel. Für mich existiert EINE Energie, die sich in VIELEN Formen manifestiert. Die Energie, die
Dich hervorgebracht hat (Schöpferenergie) ist die gleiche, die Dich eines Tages auslöscht (Zerstörungsenergie). Warum? Weil ich auch sagen könnte: Die Energie, die aus Dir einen Menschen gemacht hat (Schöpferenergie), wird eines Tages
aus Dir etwas Neues erschaffen (Schöpferenergie). Zum Beispiel ein Häufchen Erde, um dann aus dem Häufchen Erde wieder etwas anderes zu erschaffen. Wir nehmen deshalb etwas als Zerstörung wahr, weil wir uns gegen den Wandel sträuben,
gegen die kontinuierliche Neuschöpfung. Wir möchten gerne bleiben, wie wir sind. Oder möchten, dass etwas, was uns zusagt, von Dauer ist. Da ist sie wieder. Die Uruporos-Schlange. Es ist EINE Kraft. Und sie ist Symbol für Tod UND
Wiedergeburt. Für den ewigen Wandel. Für den Kreislauf des Lebens.
Mario
Hallo Chaotica,
die Arbeit an meiner Antwort hat sich mit Deiner überschnitten und so wie ich es einschätze, ist das alles hieb- und
stichfest, was Du schreibst. Da Du das meiste, was ich anschneiden wollte, bereits gesagt hast, könnte ich mir fast die Antwort sparen. Ich schreib sie trotzdem mal hin.
Nach dem Lesen des Artikels über die DNS kam mir bei dem
Stichwort ZWILLING ebenfalls der HERMESSTAB mit den beiden Schlangen in den Sinn, da ja Hermes=Merkur der Planetenherrscher des Zeichens Zwillinge ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die DNS ja von zwei Wissenschaftlern
entdeckt wurde, also Watson und Crick, was sehr schön zu Verbindung DNS = Zwillinge = Hermes passt.
Bei der DNS ist es ja so: aus zwei Schlangen wird eine. Astrologisch könnte man das so übersetzen:
Zwei treffen sich und
kommunizieren miteinander (Zwillinge/Merkur), stellen fest, dass sie zusammenpassen (Waage/Venus) und vereinigen sich (Skorpion/Pluto). Letzte sind auch die Entsprechungen zum Erbgut. Und auch zur Schlange und zum Drachen. Wobei bei
Skorpion/Pluto mehr die Kräfte des Wandels, des Todes und der Sexualität betont werden, während Saturn andere Aspekte betont. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass als Pluto durch das Zeichen Skorpion lief (1984 bis 1995),
die Dinosaurier so enorm boomten.
Was ich in dem Artikel ebenfalls interessant finde sind die Parallelen, die von der Schlange zum Baum es Lebens gezogen werden, …
Zitat von: http://www.schamanismus-forschung.de/forschung/molekular.html
“oder himmlischen Treppe. Einhergehend mit diesen Vostellungen steht die das Motiv der Axis mundi, der Weltachse, die die einzelnen Ebenen des Kosmos
miteinander verbindet und die oft auch durch einen Baum, dem Weltenbaum symbolisiert wird”
…dass bei dem Drogenkonsum dieser Schamanen in den Visionen Drachen auftauchen
Zitat von: http://www.schamanismus-forschung.de/forschung/molekular.html
“Ich traf Menschen mit Vogelköpfen, aber auch drachenähnliche Geschöpfe, die mir erklärten, sie seien die wirklichen Götter dieser Welt.
Dann sah
ich, dass meine Visionen von >riesigen, reptilienartigen Geschöpfen< ausgingen, die in den hintersten Tiefen seines Gehirns ruhten."
… und welche Bedeutung Quarze spielen.
Zitat von: http://www.schamanismus-forschung.de/forschung/molekular.html
“Quarz findet auch bei
den Schamanen weltweit Verwendung. Besonders die Schamanen am Amazonas betrachten Quarze als materialisierte Form der Geister. Geister als Wesen, die aus reinen Licht bestehen.”
Ich hatte ja bereits in einem anderen Thread
gegenüber Bjerkana auf die Verbindung Drache – Schlange – Stein der Weisen hingewiesen.
Alles in allem scheint der Artikel zu bestätigen, dass es keine wirkliche Trennung zwischen Drachen und Schlangen gibt. Denn es ist von
„drachenähnlichen Geschöpfen“ und von „riesigen, reptilienartigen Geschöpfen“ die Rede. Und dies wundert mich auch nicht, denn:
Schlangen sind auf der ganzen Welt verbreitet. Und zwar nicht nur der seelischen,
sondern der physischen Welt. Jeder kann sie sehen, jeder kann sie erleben.
Hast Du aber schon mal in der physischen Welt einen Drachen gesehen? Bitte sag jetzt aber nicht: „Ja, die Komodowarane!“ ;-)
Die Schlange ist das
auf der physischen Ebene auch für Ottonormalbürger sichtbare Symbol. Der Drache ist das Symbol, das nur in der seelischen Welt existiert. Beides steht im Prinzip für das Gleiche. Denn die völlig harmlose Zauneidechse hätte ja als
physische Entsprechung zum Drachenprinzip kaum herhalten können, obwohl sie optisch vielleicht dem Drachen näher stünde. Die Schlange jedoch dürfte in allen Teilen der Welt als etwas Todbringendes bekannt sein. Und wer die Kraft
des Todes besiegt, ist ja unsterblich. Diese „ungeheuere“ Kraft passt einfach besser zum seelischen Bild des Drachen.
Zitat von: chaotica
Ich interpretiere die Schlangenkräfte als irdische Lebenskräfte. Wie auch die realen Schlangen Wesen einer lebendigen
Schöpfung
Ja, da hatten wir den gleichen Gedankengang, wie ich schon erwähnte.
Zitat von: chaotica
Für mich sind die Gemeinsamkeiten fließend und sollten in Hamonie schwingen.
So könnte man das auch
sagen. Es gibt ja auch verschiedene Drachen und somit verschiedene Drachenaspekte. Je nach dem, welche Eigenschaften man betont.
Zitat von: chaotica
der Lebensbaum an dessen Wurzeln zwei Schlangen und in der Baumkrone ein Adler waren, bemerkte der Sprechen, dass die
Schlangen und der Adler zusammen den Drachen ergeben würden.
Eine ähnliche Assoziation kam mir vorhin, als ich an Hermes, seinen Stab mit den beiden Schlangen und an seine Flügel denken musste.
Zitat von: chaotica
dass neun die Zahl der göttlichen Vollkommenheit ist.
Ja, drum hängt ja Wotan 9 Nächte am Baum des Lebens. In der Astrologie ist das 9. Zeichen der Schütze (Erkenntnis, Horizonterweiterung). Und
ab dem 10. Zeichen (Steinbock) beginnt die jenseitige Welt. Es ist die Schwelle. Und der Hüter er Schwelle wird oft als Drache dargestellt oder auch erlebt. Hier hat der Drache wieder einen Bezug zu Saturn.
Alles in allem ziemlich
einleuchtend, was Du schreibst. Da kann ich eigentlich nur zustimmen.
Übrigens, weil es mir grade einfällt: Bedeutet Draco (der Ursprung des deutschen Wortes Drache) nicht sowohl Schlange als auch Drache? Mir war's, als hätte
ich es gelesen.
ciao
Mario
Dat.: 17.02.2008
Meine Beurteilung des VATAN - Der Pfad des Nordens
Die Werdandi-Bibel und die mysteriöse letzte Seite des Papa Amanita
Würzburg, 12.Oktober2006, kurz vor 15 Uhr
Mario betritt den würzburger Hugendubel, um sich einem zweifelhaften Selbstversuch zu unterziehen. Er hat sich
vorgenommen, das Geheimnis um die mysteriöse letzte Seite des Vatan, der heiligen Werdandi-Bibel, zu lüften. Wird es ihm gelingen? Oder wird er daran verzweifeln? Noch ist alles offen.
Ganz kurz vor 15 Uhr
Mario hält das Buch
in Händen und liest zu aller erst die allerletzte Seite - quasi den Umschlag – und findet … NICHTS.
Er blättert eine Seite, zwei Seiten, drei Seiten, vier, fünf, sechs, sieben Seiten zurück und findet immer noch nichts.
Doch da! Die 8. Seite enthält das NACHWORT … mit der unter allen Nägeln brennenden Frage:
„Gibt es den Vatan wirklich, oder handelt es sich dabei um eine Erfindung?“
Kurzes Kopfkratzen und breites Grinsen. Na ja, würde
Mario sagen, wenn man das als „wirklich“ bezeichnet, was „wirkt“, dann gibt es den Vatan wirklich. Denn seine Wirkung ist ja offensichtlich. Was natürlich nicht ausschließt, dass er gleichzeitig AUCH eine Erfindung ist. Und da
stolpert Mario schon wieder über dieses Wörtchen „oder“. Vermutlich meint der Autor aber mit „wirklich“ eher „geschichtlich“. Und wahrscheinlich auch „auf der physischen Ebene existent“. Doch damit hält sich Mario jetzt
nicht lange auf, denn er muss entscheiden, ob es sich lohnt, das Buch zu kaufen. Also blättert er zurück zum Kapitel 5, zu jenem Garten also, den Werdandi so ganz nebenbei fallen ließ, wie feine Damen in früheren Zeiten das berühmte
Taschentuch. Ein Lockvogel quasi, wie die mysteriöse letzte Seite.
Um die Sache abzukürzen: Mario hat sich in den finanziellen Ruin gestürzt und das Buch gekauft, um sogleich das Garten-Kapitel komplett zu lesen. Dabei bekam er
folgenden Eindruck:
Die Autoren des Buches scheinen etwas von der Materie zu verstehen. Es sieht so aus, als hätten sie Erfahrungen aus der spirituellen Praxis verarbeitet und aus dem Verarbeiteten etwas auf kreative Art neu
entworfen. Unter diesem Blickwinkel ist das bisher Gelesene interessant.
Allerdings fielen mir – um wieder in der ersten Person zu sprechen – Aussagen auf, die ich für ziemlich unsinnig halte. Zum Beispiel die Behauptung über
den Drachen (Seite 180), oder die Interpretation des Satzes „Macht Euch die Erde untertan“ (Seite 182), und auf Seite 183 schreibt der Autor: „Wenn er also (der Mensch) über diese innere Entwicklung zu viele Vorinformationen
bekommt, so neigt er leider dazu, sich bestimmte Vorstellungen darüber zu machen. … Wir blockieren damit in unseren subtilen Körpern das, was sich auf ganz natürliche Weise entwickeln will.“
Mit diesem Abschnitt empfiehlt er
mir eigentlich, sein Buch schleunigst wieder zu vergessen und seinen Anweisungen am besten erst gar nicht zu folgen. Denn allein schon das Garten-Kapitel, in dem dieser Abschnitt steht, steckt voller Vorstellungen, zu denen der Autor die
Leser animiert.
Im besagten Kapitel (wenn ich mich nicht irre) ist auch von einer (geheimen) Sprache die Rede, in die das alte Wissen verpackt wurde. Ich vermute, hier geht es um die Sprache der Analogie. Doch genau diese Sprache
wendet er nicht auf den Satz an, den er weiter oben anprangert. Den Satz „Macht Euch die Erde untertan“.
Nachdem ich das Garten-Kapitel gelesen hatte, begann ich, das Buch von vorn zu lesen. Und nachdem ich den ersten
Teil des 1. Kapitels hinter mir hatte, wusste ich: Ich hätte mir das Buch nie gekauft, hätte ich es gleich von vorn begonnen zu lesen. Denn dieser erste Teil beantwortet für mich eigentlich schon die „letzte Seite“. (Stichwort u.a.:
blaues Blut)
Zitat letzte Seite:
„Wenn Sie die Frage ehrlich beantworten und aus Ihrer Antwort die richtigen Konsequenzen ziehen, werden Sie zu mehr Freiheit gelangen.“
Dies heißt nach meinem Verständnis:
Wenn ich glaube, der Vatan existiert auf physischer Ebene und geschichtlich, dann hänge ich an einem Gedankengebilde, das ich nähre, so wie ein Gläubiger seine Religion. Ich bin also nicht frei. Dies würde bedeuten, der Vatan ist
erfunden.
Wenn ich aber jetzt beginnen würde, über den Vatan als hinterletzten Schwachsinn zu wettern, weil er frei erfunden ist, wäre ich ebenfalls nicht frei.
Der einzige Weg für mich, in dieser Angelegenheit frei zu sein ist
der, zu sagen: Mir ist es völlig egal, ob und wie der Vatan existiert. Für mich zählt nur, was ich dem Vatan entnehmen kann, damit es mich zu mehr Freiheit führt.
Dies war der erste Teil meines Selbstversuchs. Weitere werden
folgen. Denn ich werde Euch jetzt mit meinen Ansichten über den Vatan quälen, bis ich ihn ausgelesen hab. :-))
Ciao
Mario
VATAN-Selbstversuch 2. Teil
Habe mich nun, als
eingefleischter Nichtleser, durch die 46 Seiten des Garten-Kapitels gequält sowie durch die 23 Seiten des 1. Kapitels und werde das Gefühl nicht los, dass sich die von Hollanders einen esoterischen Scherz mit mir erlauben. Zumindest
dürften sie beim Schreiben auch `ne Menge Spaß gehabt haben. Aber warum auch nicht. Das Buch erschien ja ungefähr zeitgleich mit dem Beginn der Spaßgesellschaft und hätte m.E. den alternativen Comedy-Preis verdient. Zugegeben, ich
übertreibe etwas.
Kapitel 5
Das Garten-Kapitel finde ich im Großen und Ganzen eigentlich weitestgehend akzeptabel, bis auf einige Punkte, die ich z.T. schon erwähnt habe. Zum Beispiel die Behauptung, Drachenkämpfe hätten
ihren symbolischen Ursprung im Christentum. Das ist ein so offensichtlicher Unsinn, dass er das Gesamtwerk in meinen Augen schon als etwas zweifelhaft erscheinen lässt. (siehe: Apophies aus der ägyptischen Mythologie oder die
mesopotamische Göttin Tiamat).
Interessant finde ich die Nutzung eines inneren Gartens als Ort der Kraft, aber auch als Symbol der inneren oder aber auch einer höheren Ordnung. Doch interessant ist nicht gleich praktikabel.
Momentan bin ich da noch etwas skeptisch. Denn schließlich handelt es sich um eine starke Projektion, zu der der Leser hier animiert wird. Diese Projektion hat nur dann einen Sinn, wenn sich der Gärtner möglichst oft in diesem Garten
aufhält, oder noch besser – von Zeit zu Zeit voll und ganz darin aufgeht. Statt seine Projektion zurückzunehmen und sie in sich zu integrieren, integriert er sich in seine Projektion. Insgesamt erscheint mir aber eine spirituelle
Entwicklung über den Umweg einer derartigen Projektion eher als Fallgrube. Warum erst ein so hohes Maß an Energie nach außen projizieren? Warum nicht besser die Energie bei sich behalten und in sich selbst ordnen - im eigenen Körper
also?
Kapitel 1
Wenn Der Pfad des Nordens im geschichtlichen Sinne existierte, dann war sein erster Abschnitt mit Stolpersteinen gepflastert, so viel scheint mir sicher. Um alle Stolpersteine, an denen ich mir die Zehen blau
stieß, angemessen zu würdigen, müsste ich eine Doktorarbeit schreiben. Ich beschränke mich deshalb auf einige wenige.
Ich fange einmal mit dem blauen Blut an.
In einem Buch über Farbsymbolik fand ich die Behauptung, diese
Redewendung käme aus dem Spanischen, da spanische Adelige durch ihre Abstammung von den Westgoten und deren Heiratsverbindung zu nordeuropäischen Höfen, hellhäutiger waren als die Mauren, und deshalb die blauen Adern stärker sichtbar.
Die von Hollanders dagegen behaupten, die Bezeichnung leide sich her von Bewohnern der Astralebene, die sich zwecks Kopulation mit den weiblichen Erdenbewohnern auf der physischen Ebene manifestierten. Diese verdichteten
Astralbewohner waren dünnheutig und deshalb blauadrig. Ich vermute mal, dass bei diesen Astralbewohnern auch schon ein strenges Patriarchat herrschte. Denn so wie es die von Hollanders beschreiben, haben sich nur die männlichen
Astralbewohner mit den weiblichen Erdenbewohnern gepaart. Die weiblichen Astralbewohner gingen leer aus. Die ganze Sache wird so dargestellt, als hätten sich Götter mit Menschen vermischt. Odin scheint bei den Zuchthengsten der
Astralebene jedenfalls nicht dabei gewesen zu sein, denn sonst hätten ja die höchsten Adeligen alle nur ein Auge.
Eine andere Version der von Hollanders – die sie vermutlich von Erich van Däniken gekauft haben – besagt,
Außerirdische hätten sich vor langer Zeit in Nordeuropa niedergelassen. Dass hier die Außerirdischen zufällig dem irdischen Menschen völlig gleich sind (abgesehen von ihrer Entwicklungsstufe), so dass einer Paarung mit den primitiven
Erdlingen genetisch und technisch nichts im Wege steht, ist vermutlich ein vatanisches Wunder. Sie hätten ja auch Aliens sein können.
Auf Seite 24 schreiben die Autoren sinngemäß:
„Die Seele hat den unwiderstehlichen
Drang, sich vom Zustand des göttlichen ES zu trennen, um alle Bewusstseinszustände durchzumachen.“
Das heißt im Klartext: Etwas, das schon alle Bewusstseinszustände in sich trägt (also quasi im Paradies und in der Einheit
verweilt), hat den Drang, alle Bewusstseinszustände durchzumachen, und sich dafür in die Dualität zu stürzen.
Das ist eine kühne Behauptung, die die von Hollanders nur glaubhaft von sich geben können, weil sie sich auf die
Vatanis berufen. Denn dass sie selbst bei der Abspaltung einer solchen Seele aus dem göttlichen ES dabei gewesen sind und dabei eine Seele interviewt haben, würde ihnen wohl kaum einer abnehmen.
Was mir bei dieser
Seelenabspaltung so spanisch vorkommt, sind die sehr menschlichen Züge, die dieser Seele verpasst werden. Etwas Göttliches und Vollkommenes verspürt einen Drang; so wie wir einen Drang verspüren, wenn wir mal aufs Klo müssen. Um den
bildlichen Vergleich noch etwas auszuweiten:
Die Seele sitzt mit vielen anderen Seelen in einem warmen Haus (dem Paradies) am offenen Kamin und fühlt sich wohl in dieser Einheit. Plötzlich springt sie hoch, schreit „ich muss
mal, ich muss mal“ und rennt zur Tür hinaus. Da es auf dem Klo draußen natürlich recht kalt ist, will sie möglichst schnell wieder zurück in die warme Einheit. Aber sie ist nicht die einzige Seele, die einen Drang verspürt. Laut
von Hollanders gehen ununterbrochen „Myriaden“ von Seelen (im übertragenen Sinn) aufs Klo um möglichst bald wieder zurück zu kommen. Doch das klappt nicht so reibungslos, weil auf der Erde, wie jeder weiß, meist ein Mangel
herrscht. Das heißt, es gibt weniger Klos als Seelen, weshalb dauernd die Kacke am Dampfen ist. Da stehen dann nicht nur vor den Damen-Klos lange Warteschlangen, sondern auch vor den Herren-Klos.
Verblüffenderweise schreiben von
Hollanders an irgendeiner Stelle (ich weiß nicht mehr wo), dass die Seele, wenn sie mal den ganzen Weg von der Einheit über die Vielheit zurück zur Einheit gegangen ist, sie beliebig aus der Einheit wieder „austreten“ und auch
wieder zurück kann. Das heißt, sie darf jederzeit aufs Klo, obwohl sie keinen Drang mehr verspürt, muss aber nicht. Vermutlich bekommen die einmal inkarnierten Seelen im Himmel etwas Besseres zu essen, als ihre noch nicht inkarnierten
Kolleginnen. Etwas, das im Seelendarm vollkommen absorbiert wird.
Auf Seite 27 steht über die Seele:
„Irgendwann schlüpft sie (die Seele) schließlich in einen Menschenkörper“
Diese Behauptung ist immer
wieder zu lesen, wenn es um Seelen und Seelenwanderung geht. Und immer wieder fühle ich mich aufs Neue amüsiert. Da ist also ein Körper, der aus Fleisch und Blut besteht. Und wenn man Esoterikern glaubt, auch aus noch feinstofflicherem
Material. Wer hat diese Körper gemacht? Und wie schlüpft die Seele da hinein?
Wenn man dieser Behauptung Glauben schenkt, muss man davon ausgehen, dass ständig unbeseelte Körper bereit stehen, damit eine Seele hineinschlüpfen
kann. Laut von Hollanders gibt es aber nichts Unbeseeltes auf dieser Welt. Wie kann dann ein Körper zur Verfügung stehen, in den erst noch eine Seele hineinschlüpfen muss?
Dies ist natürlich nicht der einzige Widerspruch, der mir Kopfzerbrechen bereitete.
Seite 36:
„Die Seele selbst kann sich innerhalb ihrer Körper überall aufhalten, und sie tut es auch. Allerdings hat sie bestimmte
bevorzugte Aufenthaltsorte, …“
Drei Zeilen weiter unten schreiben die Autoren:
„Die Seele ist göttlich und daher allwissend, allmächtig und allgegenwärtig.“
Auch wenn die Worte allwissend und
allmächtig ein paar Zeilen tiefer wieder relativiert werden, so bleibt „allgegenwärtig“ doch eine eindeutige Aussage. Entweder die Seele ist allgegenwärtig oder sie ist es nicht. Und wenn sie es ist, dann ist sie nicht nur
„innerhalb ihrer Körper“ (wie die Autoren ein paar Zeilen weiter oben schreiben), sondern überall gleichzeitig. Im ganzen Universum.
Wie auch immer. Die beiden Seelen der von Hollanders scheinen jedenfalls sehr omnipräsent zu
sein, denn sie sitzen in 50 Meinungen gleichzeitig, auch wenn diese sich vollkommen widersprechen. Aber das ist vermutlich höhere Mathematik.
Übrigens – kennt Ihr schon die Geheimlehre VANDALEN – der Pfad des Mordens? Das ist
das nordwestliche Pendant zum südöstlichen Weg des Samurai. Das Buch ist von Mario Ledermann. Steht aber noch in den Sternen.
Schönen Sonntagmorgen wünscht
Mario
VATAN-Selbstversuch Teil 3
Kapitel 2 „Der Lebensbaum“
Als ich die schönen Bildchen in Kapitel 2 sah, dachte ich: „Oh, hier gibt es bestimmt etwas Neues und Interessantes zu entdecken!“ Doch leider hatte ich meine Erwartungen etwas zu hoch gesteckt.
In diesem Kapitel wird u.a. behauptet, dass sich die Runen aus dem vatanischen Lebensbaum ableiten. Und dieser Lebensbaum, der ja von den Vatanis entweder vom Sirius oder von der Astralebene importiert wurde, hat, wie Igor bereits
erwähnte, komischerweise frappante Ähnlichkeit mit dem kabbalistischen Lebensbaum. Haben da am Ende die Kabbalisten von den Vatanis abgekuckt? Handelt es sich hier also um die antike Form eines Patent-Diebstahls? Ich vermute da eher
einen zeitgenössischen Ideenklau seitens der von Hollanders.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang gerade an die Worte eines römischen Geschichtsschreibers, der das Verhalten der Teutonen kurz vor ihrer Schlacht mit den
Römern bei Aix-en-Provence beschrieb. Während die Römer schon kampfbereit waren und durchorganisiert, hatten die Teutonen nichts Besseres zu tun, als im Fluss zu baden. Der zuständige römische Feldherr Gaius Marius war darüber
völlig fassungslos.
Wenn ich diese und andere Beschreibungen über Germanen lese, dann scheint es mir mehr als zweifelhaft, dass diese einem derartig abstrakt-philosophischen Gebilde wie diesem vatanischen Lebensbaum anhingen. Der
Lebensbaum, den die von Hollanders da konstruieren, passt m.E. eher in den mathematisch hochentwickelten Orient. Und da kommt er auch her.
Zitat von Seite 51:
„Zum ersten Teil von Wodans Runenlied: … Die Entschlüsselung,
die wir vorzunehmen gedenken, ist natürlich aus der Sicht der Vatan-Runenmeister.“
Na ja, da kann ja unsereins nicht mitreden. Da muss also schon jeder mit seinen Deutungsversuchen scheitern, der kein Vatan-Runenmeister ist.
Doch schauen wir uns den Anfang der Entschlüsselung einmal an.
Die von Hollanders zitieren aus der Edda:
„Ich weiß, wie ich hing am windkalten Baum neun eisige Nächte …“
Komisch?! In meiner Edda steht:
„Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum neun Nächte lang …“
Warum schreiben die von Hollanders „windkalt“ und „eisig“? Ganz einfach: damit die Herleitung des Lebensbaumes, der aus zwei in sich verschmolzenen
6-strahligen Schneeflocken konstruiert ist, auch aufgeht. Das gefrorene Wasser (Eis) spielt ja in ihrer Vatan-Mythologie eine wichtige Rolle. Deshalb schreiben sie die Edda einfach mal um.
Ich habe nun von der Edda und nordischer
Mythologie keine Ahnung. Aber die von Hollanders schreiben ja auf Seite 43:
„Deshalb sind die Analogiegesetze unser wichtigstes Instrument, um Erkenntnis zu erlangen.“
Und die Sprache der Analogien müsste ja – wenn
auch nicht immer eindeutig – so zumindest universal verständlich sein. Mir, als Nicht-Vatan-Runenmeister, sagt der Anfang des Runenliedes Folgendes:
Odin, der eigentlich ein Gott ist, hängt als Mensch am Baum des Lebens. Ein
Gott ist also als Mensch inkarniert. Das meinen die von Hollanders ja auch. Aber …
Es ist ein windiger Baum und kein windkalter Baum, wie ihn die von Hollanders kreieren, um daraus ihre Schneeflocken-Deutung abzuleiten. Und wenn ich
mir einen windigen Baum vorstelle, dann sehe ich, wie sich da etwas bewegt. Bewegte Luft bewegt den Baum. Es handelt sich also um eine Merkur-Zwillinge-Entsprechung. Folglich könnte es ganz allgemein um Kommunikation, Austausch, Gedanken
und Bewegung gehen.
Und was spielt in vielen magischen/spirituellen Systemen eine so fundamentale Rolle? Das Unterbrechen des inneren Dialogs, das innere Schweigen, die Unbeweglichkeit des Körpers durch Einnehmen von Asanas. Aber
auch die gezielte Anwendung von Lauten. Es heißt im Runenlied „nahm auf die Runen, nahm sie rufend auf“.
Das bedeutet für mich:
A – Odin nimmt die Runen in sich auf (z.B. indem er sie betrachtet, darüber meditiert, ihre
Form nachbildet, etc.)
B – Odin nimmt sie rufend in sich auf. Also auch über den Klang, durch das Rufen der Runenlaute.
Wenn ich mir das bildlich vorstelle, drängt sich mir die Parallele zum Yoga förmlich auf. Die von
Hollanders dagegen machen aus dem Wort „rufend“ einfach das Wort „klagend“ und deuten es entsprechend.
Odin wird im Runenlied also beschrieben als Mensch, der am Beginn eines spirituellen Entwicklungsweges steht, der ihn
wieder zu dem hin führen soll, der er eigentlich ist. Und der Baum in der Edda ist kein abstraktes Gebilde, sondern der ganz reale windige Baum, der hier eine ähnlich symbolische Bedeutung hat wie das (sich bewegende) Rad des Lebens. Mit
dem Unterschied, dass im Rad des Lebens der ewige Kreislauf stärker betont wird und im Baum des Lebens stärker die Dualität (aus Einem entwickeln sich Viele).
Der Yogi, der dem ewig sich drehenden (sich fortbewegenden) Rad des
Schicksals entkommen will, muss etwas Bestimmtes auf sich nehmen.
Der Runenmeister, der dem „Gebundensein“ am sich bewegenden Baum des Lebens entkommen will, muss auch etwas Bestimmtes auf sich nehmen. Und was beide auf sich nehmen
müssen, sieht ziemlich gleich aus.
Der reale Baum kann als Sinnbild für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen (aus Einem entwickeln sich Viele), er kann für die vielen Taten und Aktivitäten stehen (Äste und
Zweige), die sich alle aus einer Ursache (Stamm, Wurzel, Samenkorn) entwickeln, er kann aber auch für das Bewusste (Krone) und das Unbewusste (Wurzel) stehen.
Odin hängt 9 Nächte an dem Baum des Lebens, bevor er die Runen
aufnimmt und seine Lehre beginnt. Und was sagt mir „Symbolik und Bedeutung der Zahlen“ von Hajo Banzhaf dazu?
Die 9 ist die Zahl der Initiation und Sammlung vor dem Schritt ins Neue. Und das Neue ist die höhere Entwicklungsebene,
die mit 10 beginnt. Im Tarot trägt DER EREMIT die Zahl 9. Die Bezeichnung Eremit könnte ja nicht besser passen zu einem Menschen, der sich vom Baum des Lebens (von der profanen Welt) löst.
Was ich in diesem Zusammenhang auch
interessant finde, ist die Tatsache, dass der 9. Abschnitt des Tierkreises (oder Tyrkreis, wenn Ihr das lieber lest) der Schütze ist und dieser entspricht der Sinnfindung und Horizonterweiterung. Im gegenüber liegt als 3. Abschnitt das
Zeichen Zwillinge, das ich weiter oben bereits im Zusammenhang mit Sprache, Bewegung und Denken erwähnte. Der 10. Abschnitt ist das Zeichen Steinbock, das man mit Grenzen, Weisheit, Meisterschaft und Prüfungen assoziiert. Deshalb finden
wir an dieser Schwelle auch den Hüter der Schwelle. Und jeder, der an ihm vorbei will, sollte Weisheit und Meisterschaft erlangt haben, was ja Odin im weiteren Verlauf seines Liedes erlangt. Und was liegt dem 10. Abschnitt gegenüber? Der
4. Abschnitt, also das Zeichen Krebs. Dies entspricht der Wurzel (Herkunft, Urgrund) und der Nahrung (Speise und Trank) – beides Dinge, die ebenfalls in den ersten Versen des Liedes vorkommen.
Was ich an dem Lebensbaum der
Autoren auch äußerst merkwürdig finde, sind einige astrologische Entsprechungen, welche sie den 10 Zentren zuordnen (siehe Seite 69).
Was hat STATIK mit NEPTUN, dem formlosesten Prinzip, zu tun?
Was hat HARMONIE (eine Venus-Waage-Entsprechung) mit JUPITER zu tun?
Was hat DYNAMIK mit URANUS zu tun?
Was hat SEIN mit PLUTO zu tun?
Mal kucken. Vielleicht werde ich im 3. Kapitel schlauer.
Bis dahin:
Ciao
Mario
VATAN-Selbstversuch Teil 4
Eigentlich hatte
ich mir geschworen, den Vatan, koste es, was es wolle, bis zum Ende durchzulesen und hier meine Kommentare abzusondern. Doch leider hatte ich die Rechnung ohne von Hollanders Virtuosität in Gehirnakrobatik und ohne deren ausgeprägten
Sinn fürs Absurde gemacht. Nachfolgend der Bericht meines Scheiterns.
21. Oktober anno 2006
Hatte mich entschlossen, parallel zum Frühstück (physische Nahrung) auch etwas Götterspeise aus dem Vatan (seelische Nahrung) zu mir
zu nehmen und schlug deshalb gegen halbelf das 3. Kapitel auf. Nachdem ich während der folgenden 5 Seiten nur ein leichtes Befremden feststellte, bekam ich bei den nächsten 4 Seiten zunächst ein leichtes Schwindelgefühl und
schließlich Bauch- und Kopfschmerzen – was eindeutig nicht auf das Frühstück oder das Wetter zurückzuführen war. Irgendwann drehte sich mir der Magen dermaßen um, dass ich beschloss, meinen Selbstversuch abzubrechen. Sorry, aber
ich glaube, ich bin einfach nicht hart genug für die Wahrheiten der von Hollanders. Ich hatte zwar schon Bücher in der Hand, bei denen die Schmerz- und Scherzgrenze wesentlich dichter beieinander lagen (mit versteinerten Elfen u.ä.),
aber ich bin ja auch nicht der Rüdiger Nehberg der Eso-Szene, der sich von spirituellen Heuschrecken ernährt.
O-Ton Vatan:
„Wer heute Astrologie betreibt, dabei jedoch den Lebensbaum nicht kennt und mit einbezieht, kann
niemals alle Zusammenhänge erfassen.“
Igor, ich hoffe, Du kennst den vatanischen Lebensbaum in- und auswendig, sonst kannst Du als Astrologe einpacken.
O-Ton Vatan:
„Man kann sogar vom Lebensbaum als dem
inneren und vom Tyrkreis als dem äußeren Horoskop sprechen, da der Tyrkreis aus dem Baum entstanden ist.“
Was soll man dazu noch sagen? … Der Tyrkreis, der sich alleine schon aus den Lebenszyklen und deren
Entwicklungsstadien ergibt und sich so als Symbol förmlich aufdrängt, soll sich aus dem Lebensbaum entwickelt haben, der wiederum sich von den Schneeflocken ableitet!!
Irgendwo schreiben von Hollanders, dass der kabbalistische
Lebensbaum vom vatanischen abgekuckt sein muss, da der Lebensbaum an sich aus zwei Schneeflocken zusammengesetzt ist und es im Orient ja nicht schneit, in Nordeuropa aber sehr wohl.
An anderer Stelle behaupten sie aber, die Lehre
des Vatan käme entweder vom Sirius oder von der Astralebene.
Hat es auf dem Sirius etwa auch geschneit? Und weshalb sind die Schneeflocken dort zufällig auch sechsstrahlig?
Ich bin mir sicher, dass die von Hollanders
darauf ebenfalls mindestens eine Antwort haben. Aber ich gebe mir diese Antworten lieber selbst. Da brauch ich wenigstens kein Morphium zum Lesen.
Mit ironisch schmunzelnden Grüßen :-)
Mario, der die Vatan-Boa jetzt verhungern lässt
Übrigens - falls ich jemanden animiert haben sollte, den Vatan zu lesen, … Ich hätte da noch eine Originalausgabe vom Sirius für schlappe 43Euro60.
Dat.: 17.02.2008
Der Stein der Weisen
Zitat von: Bjerkana
Aber jetzt mal für die Ungebildeten: Gibt es eine mythologische Verbindung zwischen dem Stein der Weisen und dem Symbolbild
Drache?
Hallo Bjerkana,
meine Meinung zu Deiner Frage:
Aus LEXIKON DES GEHEIMWISSENS, Goldmann-Verlag:
"Stein der Weisen = eine Materie, die den Urstoff aller Dinge enthält, aber auch die Kraft
hat, alles in seine Bestandteile aufzulösen, die Menschen zu verjüngen, die unedlen Metalle in Gold zu verwandeln, alle Krankheiten zu heilen, usw. … das Geheimnis, seiner habhaft zu werden, war das Größte, was es überhaupt gab
Stein der Weisen = bei den Gold- und Rosenkreuzern hatte der Stein der Weisen angeblich nur eine rein esoterisch-theoretische Bedeutung" ... Zitatende.
Der Drachenkampf:
Siegfried kämpft mit dem Drachen, besiegt
ihn und badet in seinem Blut. Dadurch wird er unverwundbar. Und wenn ihm nicht dieses Lindenblatt auf seine Schulter gefallen wäre, dann hätte er im übertragenen Sinn alles erreicht, was man als Mensch erreichen kann.
Das Blut ist
die Lebensenergie des Drachen (des Tieres bzw. des Ungeheuers in seinem Innern) und indem er ihn besiegt geht dies Energie auf ihn über. Es handelt sich dabei um einen ziemlich alltäglichen Vorgang. Denn wir führen jeden Tag mehr oder
weniger große, mehr oder weniger erfolgreiche Kämpfe mit unserem Drachen, oder den Drachen, die uns in unserem Gegenüber begegnen. Und wenn wir erfolgreich sind, dann wachsen wir daran und werden stärker. Das höchste Ziel ist es, den
Drachen gänzlich zu besiegen und seine Kraft in uns aufzunehmen. Dann sind wir frei von den Fesseln der Materie. Es handelt sich bei dem Drachenkampf also um die bildhafte Beschreibung eines Entwicklungsweges, an dessen Ende die Befreiung
von den Fesseln der Natur steht.
Und was versucht man mit dem Stein der Weisen zu erreichen?
Genau das Gleiche. Dieser Stein soll mich von den Grenzen der Natur befreien und mir alles ermöglichen.
Es ist im Prinzip das gleiche, nur in andere Bilder gekleidet.
Die Alchimisten des Mittelalters versuchten ja unedle Metalle in Gold zu verwandeln. Es gab zwar sicher ein paar Naive, die nahmen das wörtlich. Doch es ist auch nur
eine Metapher. Denn die Metalle standen für Entwicklungsstufen aber auch für seelische Kräfte. Das unedelste Metall war Blei, das edelste Gold. Blei entspricht Saturn, Gold entspricht der Sonne. Und Blei in Gold zu verwandeln hieß
nichts anderes, als durch harte Arbeit an sich selbst (Saturn) sich schließlich in reine Energie (Sonne) zu verwandeln, die nicht mehr an die Bedingung der Natur gebunden ist.
ciao
Mario
Dat.: 17.02.2008
Gefühl und Wissen
Die Begriffe „Glauben“ und „Wissen“ werden im allgemeinen Sprachgebrauch übrigens auch nicht immer eindeutig benutzt. Mir fällt dazu folgende Geschichte ein.
Vor
vielen, vielen Jahren, als ich mich noch künstlerisch betätigte, saß ich – ein Nichtraucher – vor meiner Staffelei und kuckte zum Fenster hinaus auf den Horizont, während ich eine Pfeife rauchte, die mit ganz normalem Tabak
gestopft war (es könnte auch schwarzer Tee gewesen sein). Die Dämpfe von Terpentin und Ölfarbe stiegen mir in die Nase und ich beobachtete einen Traktor, der am Horizont gerade an einem großen Heuhaufen und einer Hecke vorbei fuhr.
Doch plötzlich stellte ich fest, dass der Traktor gar nicht fuhr, denn die Distanz zu den Bezugspunkten Hecke und Heuhaufen änderte sich nicht. Doch kaum hatte ich meinen Prüferblick abgesetzt, da fuhr der Traktor wieder. Und als ich
den Prüferblick wieder aufsetzte, stand er wieder still. Dieses Spielchen ging eine Zeitlang so hin und her. Und plötzlich verwandelten sich Heuhaufen und Hecke in einen riesigen (ca. 4 Meter hohen) Elch. Und als ich mir sagte, das kann
nicht sein, da war der Elch wieder ein Heuhaufen und eine Hecke. Doch kaum hatte ich meinen Prüferblick abgesetzt, da waren Heuhaufen und Hecke wieder ein Elch. Und so ging es hin und hier.
Und plötzlich … wie aus dem Nichts …
WUSSTE ich, ohne den geringsten Zweifel, dass Gott existierte. Es war ein unmittelbares WISSEN, ohne jeden rationalen Gedanken. Ich hatte mich absolut nicht mit diesem Thema beschäftigt. Das Wissen kam einfach in mich und es war so
absolut, dass ich eher daran gezweifelt hätte, dass eine Kugel rund ist (obwohl das ja mathematisch definiert ist), als die Existenz Gottes zu leugnen. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich damals kein gläubiger Mensch war, und heute
bin ich es auch nicht.
Zunächst wusste ich nicht, was ich mit diesem WISSEN anfangen sollte. Doch dann erinnerte ich mich an die Geschichte von Castaneda, in der er auf einer Brücke Gott erblickte. Und ich erinnerte mich daran, was
Don Juan dazu sagte.
Und da wurde mir klar: Wissen ist ein Gefühl. Und wenn Du dieses Gefühl des Wissens erzeugen kannst – wie auch immer – dann weißt Du. Dies sagt aber nicht viel über irgendeine absolute, feststehende
Realität aus. Obwohl ich dieses absolute, zweifelsfreie Wissen hatte, dass Gott existiert, spielt dieses Wissen heute keine Rolle für mich.
Denn ein ähnliches Wissen – wenn auch nicht so absolut und stark – hatte ich auch schon
in Träumen. Da hatte ich über einen Sachverhalt ein rationales, in sich stimmiges Wissen. Und als ich erwachte, stellte ich fest, dass dieser rationale, stimmige Sachverhalt im Wachbewusstsein völlig irrational war. Eigentlich paradox.
Das heißt nichts anderes, als dass sich das Gefühl der rationalen Stimmigkeit auch einstellen kann, wenn Du einen völlig irrationalen Sachverhalt betrachtest.
Mario
Dat.: 17.02.2008
Excalibur und Caliburn
Die Sache mit Excalibur war nur so ein Geistessprung. Hab mich mit dem Thema nicht näher befasst. Hab auch gelesen, dass das Schwert, das er aus dem Stein zog, gar nicht
Excalibur gewesen ist, sondern ein anderes, das dann aber zerbrach. Allerdings frag ich mich, weshalb da jemand auf die Idee kam, die Vorsilbe „Ex“ zu verwenden.
Wir mir scheint, versuchst Du in die Deutung Geschichtliches mit
einzubeziehen. Für mich persönlich war (und ist) das eher irrelevant (aber nicht uninteressant). Ich versuche solche Geschichten eher wie Träume zu deuten und frage mich deshalb: Was kann mir diese Geschichte erzählen? Finde ich eine
Botschaft, die mich weiter bringt? Welche Analogien (symbolische Inhalte) sind enthalten? Wie viele verschiedene Geschichten kann ich da herauslesen? Und welche neuen Perspektiven bringen sie mir? Insofern ist auch das Schwert der
Gerechtigkeit (oder Rechtmäßigkeit) ein möglicher Aspekt. Doch was hat es dann mit dem Stein auf sich? Der Stein ist ja etwas Saturnisches, genau wie das Gesetz. Aber gibt es da vielleicht noch andere Entsprechungen, wie man den Stein
in Deine Deutung mit einbeziehen könnte?
Noch ne Frage: Kennst Du die nähere Bedeutung von Caliburn?
Ciao
Mario
Hallo Igor,
danke für Deine ausführliche Antwort. Es handelt sich natürlich in diesem
Fall nicht um einen Vor- oder Nachnamen, sondern um den Namen des Schwertes aus der Artussage. Excalibur (=Caliburn). Ich hatte es ja schon mal in einem anderen Thread erwähnt und vermutet, dass es so viel bedeuten könnte wie „das
Kraft und Erkenntnis Gebärende“. Einige Deiner Deutungen scheinen ein bisschen in diese Richtung zu gehen.
Feuer des Bewußtseins
Wissen um die Kraft des Universums
Die Kenntnis der Gefühlswelten
Die Kraft in sich
Liebevolle Mutterschaft
Wonach ich suchte, waren eine handvoll Schlüsselworte, die das Wesen der einzelnen Buchstaben ausdrücken. Schlüsselworte, von denen man dann selbst weitere Analogien ableiten kann.
Das Schwert im Stein
aus der Artussage drückt für mich den in der Materie gefangenen Geist aus. Wer seinen Geist (Schwert) von den Fesseln der Materie (Stein) befreien kann, ist gewissermaßen Herrscher über seine Welt (König).
Nun ist zwar Caliburn
nicht das Schwert, das Artus aus dem Stein gezogen hat, dennoch scheint für mich zwischen den beiden Schwertern eine Parallele zu bestehen.
Ciao
Mario
Dat.: 17:02.2008
Cherubim waren keine Engel
Hallo Amanitaner(innen),
mir ist da ein Buch in die Hände gefallen mit dem Titel “Lexikon der biblischen Irrtümer”. Eine Überschrift in diesem Buch lautet: Cherubim
waren keine Engel. In diesem Kapitel korrigiert der Autor einen angeblich falsch übersetzten Text aus dem Alten Testament.
„Und er (Gott) trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim und das flammende,
blitzende Schwert.“
In der falschen Übersetzung heißt es „… die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert …“. Weiterhin schreibt er, ein Cherub war ein Fabelwesen, ähnlich einer ägyptischen Sphinx. Die Cherubim
hatten einen Stierleib und Flügel und Gott thronte auf ihnen. Der Cherub hatte also eine Wächterfunktion. Er bewachte das Paradies.
Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, was es mit diesem Schwert und den Cherubim auf sich hat,
bin aber noch nicht tiefer in das Thema eingedrungen.
Zunächst kam mir folgende (zugegebenermaßen vatanische) Assoziation:
Betrachtet man einen Cherub vom vorne, dann sieht man einen Stierkörper an dem rechts und links die
Flügel aufragen. Er sieht also ganz vereinfacht aus wie ein V bzw. ein Dreieck mit der Spitze nach unten. Betrachtet man ein flammendes Schwert, dann sieht es vereinfacht aus wie ein Dreieck mit der Spitze nach oben (weil eine Flamme
logischerweise nach oben brennt). Beides zusammen ergibt den Davidstern. Und dieser Davidstern steht vor dem Paradies ;-)
Allerdings fand ich an anderer Stelle die Aussage, ein Cherub sei ein Mischwesen aus Stier, Löwe, Mensch und
Adler, was mich irgendwie an die vier Elemente erinnerte.
Ein weiterer Aspekt: in außerbiblischen Texten wurden die Cherubim als „Engel der Gewalt“ beschrieben und „in einem Atemzug genannt mit den bösartigen Schlangen“. Da
auch der Teufel geflügelt, gehörnt, mit Schwanz und Hufen dargestellt wird und als Schlange bezeichnet wird (bzw. als Drache), drängt sich ein Vergleich schon etwas auf. Auch wegen des Dreiecks mit der Spitze nach unten, das ich oben
erwähnte.
Zum anderen gibt es da den Hüter der Schwelle, der auch bei Castaneda beschrieben wird. Er erscheint jedem anders, je nach persönlicher Reife und Charakter. Der Hüter der Schwelle wacht darüber, wer die „andere Welt“
betreten darf und wer nicht. Auch der Hüter der Schwelle trägt oft teuflische Züge.
Und was braucht man, um am Hüter der Schwelle vorbei ins Paradies zu kommen?
Wille und Erkenntnisfähigkeit (flammendes Schwert) und die innere
Ausgewogenheit der Elemente (Cherub, das Mischwesen aus 4 Teilen).
ciao
Mario
Dat.: 17.02.2008
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